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CJ Boss · Laufend · 189.9k Wörter

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Einführung

Lillianas Mutter denkt immer nur an sich selbst, nie an ihre eigene Tochter. Als sie also heiratet und mit ihr schon wieder in eine neue Stadt zieht, hätte Lilliana niemals erwartet, dort glücklicher zu werden, als sie es seit Jahren war. Ihr neuer Stiefbruder Ryder kann es nicht ertragen, Lilly mit ihren fünf neuen „Freunden“ zu sehen. Ryder beansprucht sie für sich. Dann kommen die anderen beiden Stiefbrüder über die Weihnachtsferien nach Hause, und es wird noch heißer. Wie soll sie damit umgehen, mit drei Typen zusammen zu sein, wenn sie noch nicht einmal einen richtigen festen Freund hatte?

Das Einzige, was sie mit Sicherheit weiß, ist, dass sie es liebt, ihnen zu gehören!

Kapitel 1

„Hey, Ryder, wann fährst du zur Schule?“ frage ich, als ich ihn in der Küche finde, wie er Müsli isst.

Ryder sieht mich an, die Stirn gerunzelt. „Wieso ist es wichtig, wann ich vorhabe loszufahren?“

„Ähm, weil ich mit dir mitfahre. Warum sonst würde ich fragen?“ sage ich, genervt von seiner dämlichen Frage.

Ryder grinst schief. „Tja, ich fahr um halb acht, aber der Bus ist in ungefähr zehn Minuten hier. Also schlage ich vor, du bewegst deinen Arsch zur Haltestelle. Willst ja an deinem ersten Tag an einer neuen Schule nicht zu spät kommen.“

„Der Bus? Dein Dad hat dir gesagt, du sollst mich fahren“, sage ich ungläubig.

„Mein Dad ist nicht da. Ich hab nur zugestimmt, damit ich mir sein Rumgejammer nicht anhören muss. Ich muss meine Freundin abholen, und ich kann nicht gebrauchen, dass du mir dabei dazwischenfunkst“, sagt Ryder und löffelt sein Müsli zu Ende.

Ich starre ihn fassungslos an. Ich hätte es wissen müssen, dass er so ein verdammtes Arschloch sein würde, sobald sein Dad weg ist. Er ist ein Idiot, seit dem ersten Tag, an dem ich ihn kennengelernt habe.

„Ab, ab“, sagt er und wedelt mit einer abweisenden Hand in Richtung Tür.

Schnaubend schnappe ich mir meinen Rucksack und gehe zur Tür. „Verdammtes Arschloch“, murmle ich leise, bevor ich die Tür hinter mir zuschlage.

Der Wind klatscht mir ins Gesicht, in dem Moment, in dem ich die Tür schließe, und ich muss frösteln. Scheiße, es ist ganz schön frisch. Ich wünschte, ich hätte mir einen Hoodie oder so geschnappt. Aber ich gehe nicht zurück da rein, nicht zu diesem Arschloch.

Als ich mich kurz umschaue, sehe ich ein paar andere Kids am Ende der Straße stehen; da muss die Haltestelle sein. Ich ziehe die Ärmel meines dünnen Langarmshirts über die Hände und gehe zu den anderen hinüber.

Das ist eine schöne Gegend; alle Häuser sind mindestens zweistöckig, die Vorgärten sauber und geschniegelt bis zur Perfektion, die Fassaden makellos gestrichen, als würden sie jedes Jahr neu gemacht. Ich bin erst seit zwei Tagen hier, also hatte ich noch nicht wirklich Zeit, mich umzusehen.

Das Gartentor neben unserem Haus geht auf, und ein umwerfender, großer, blondhaariger Junge kommt heraus. Er muss mindestens einsneunzig sein, und wenn ich raten müsste, würde ich sagen, er ist wahrscheinlich ein Senior so wie ich. Nachdem er das Tor geschlossen hat, hebt er den Kopf, und unsere Blicke treffen sich. Er hat die schönsten grünen Augen, die ich je bei einem Mann gesehen habe.

„Hey“, sagt er mit tiefer Stimme und schenkt mir das schönste Lächeln.

Ich lächle schüchtern. „Hey.“

„Ich bin Logan. Du bist Ryder neue Stiefschwester, oder?“ fragt er und geht neben mir her.

„Leider“, sage ich mit einem kleinen Lachen. „Woher wusstest du das überhaupt?“

„Kleinstadt“, sagt er und lacht. „Und warum fährst du nicht mit ihm zur Schule?“

Ich drehe den Kopf und sehe ihn mit zusammengezogenen Augen an. „Weil er ein Arsch ist. Er wollte nicht, dass ich ihm die Tour vermassle. Seine Worte, nicht meine.“

Logan lacht. „Ich wollte nichts sagen, aber wenn du es schon zuerst sagst: Ja, er ist ein Arsch.“

„Wie glücklich ich mich schätzen kann, dass wir im selben Haus wohnen“, sage ich sarkastisch.

„Ich dachte schon, es ist schlimm, neben ihm zu wohnen. Mit ihm zusammenzuwohnen würde ich hassen“, sagt Logan und lächelt.

„Hey, Leute.“ Logan sagt es zu den anderen Teenagern an der Bushaltestelle, als wir unten ankommen. Zwei jüngere Mädchen erröten und winken ihm zu. Wenn ich raten müsste, würde ich sagen, sie sind vielleicht in der zehnten.

Ein paar Minuten später hält der Bus direkt vor uns. Die beiden jüngeren Mädchen steigen zuerst ein, und ich gebe Logan ein Zeichen, als Nächster zu gehen, aber er schiebt mich leicht, die Hand in meinem unteren Rücken, und widerwillig steige ich vor ihm in den Bus.

Der Bus ist voll mit neugierigen Kids, die mich anstarren – wahrscheinlich fragen sie sich alle, wer zum Teufel ich bin. Ich weiß, das würde ich mich jedenfalls fragen. Ich sehe mich um und versuche, einen freien Platz zu finden. Logan beugt sich zu mir und flüstert: „Geh nach hinten, du kannst bei mir sitzen.“

Ich nicke und gehe ganz nach hinten. Da sitzen vier andere Jungs; alle sind umwerfend – nicht so umwerfend wie Logan, aber trotzdem verdammt gut aussehend. Ich spüre ihre Blicke auf mir, während ich mich auf den freien Platz hinten am Fenster setze; Logan lässt sich neben mir nieder und nimmt den Gangplatz.

„Na, Jungs.“ Logan begrüßt sie, stößt Fäuste an und schüttelt jedem die Hand. Sie nicken und murmeln ihre Grüße, ohne den Blick auch nur einen Moment von mir zu nehmen.

Ein braungebrannter Typ auf dem Sitz neben uns, mit wunderschönen braunen Augen und zotteligem schwarzen Haar, lächelt mich an und nickt Logan zu. „Ist das Ryders neue Schwester?“

„Stiefschwester“, werfe ich ein und verdrehe die Augen.

Logan lacht. „Sie ist auch kein Fan von Ryder. Das ist—“ Er stockt und dreht sich mit einem entschuldigenden Lächeln zu mir. „Du hast mir deinen Namen ja gar nicht gesagt.“

Ich lächle. „Ich heiße Lilliana, aber die meisten nennen mich Lilly.“

Logan lächelt mich an. „Lilly, das gefällt mir. Das ist Brandon“, sagt er und deutet auf den Typen mit den braunen Augen und den schwarzen Haaren auf dem Sitz neben uns. „Das ist Aaron“, sagt er und zeigt auf den Jungen neben Brandon. „Alle nennen ihn A-Rod.“ Aaron lächelt und zeigt strahlend weiße Zähne. Er ist gut aussehend, athletisch gebaut, hat rote Haare, grüne Augen und ein paar Sommersprossen über die Wangen gesprenkelt. „Das ist Harrison“, sagt er und zeigt auf einen ebenso attraktiven Blondschopf mit blauen Augen und gebräunter Haut. „Und zu guter Letzt ist das Calvin“, sagt er und deutet auf einen umwerfenden schwarzen Jungen mit dunkler, schokoladenfarbener Haut und wunderschönen hellbraunen Augen.

„Freut mich, euch kennenzulernen“, sage ich und lächle sie alle an.

„Und, wie gefällt es dir, mit Ryder zu wohnen?“ fragt Harrison, ein Hauch von Sarkasmus in der Stimme.

Ich schnaube. „Ich fahre Bus und er hat eine geschniegeltte Protzkarre. Was glaubst du?“

Harrison lacht. „Er ist ein Arschloch, aber ich dachte, weil du so heiß bist, wäre er wenigstens nett zu dir.“

Ich spüre, wie Wärme meinen Hals hinaufkriecht und mir ins Gesicht schießt. Er findet mich heiß? Logan lacht. „Sehr subtil, Alter.“

Harrison zuckt mit den Schultern. „Was denn? Sie ist heiß. Tu nicht so, als hättest du’s nicht bemerkt.“

Logan nickt zustimmend, und ich merke, wie mein Erröten noch stärker wird. „Nur weil ich’s denke, heißt das nicht, dass ich’s sagen muss.“

Brandon, Calvin und Aaron lachen, nicken aber ebenfalls. Was zum Teufel passiert hier gerade? Niemals finden die mich alle heiß. In dieser Stadt muss es echt hässliche Frauen geben, wenn die mich alle heiß finden.

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